Michael Birkenbihl veröffentlichte ab Ende der 1980er Jahre verlagsübergreifend mehrere Bücher mit dem „SCHNELLKURS“-Label, die meisten aber beim BVB-Verlag der Bayerischen Verlagsanstalt Bamberg. Als das Buch „SCHNELLKURS ZUM MANAGER: Common sense als Führungsphilosophie“* 1991 bei der BVB erschien, war Vera F. Birkenbihls Vater seit über 20 Jahren selbständiger Trainer und Unternehmensberater und durch seine zahlreichen Publikationen zum Thema Führen bekannt. In diesem Buch stellt er im Vorwort vom Dezember 1990 klar:

„Dieses Buch ist für alle jene geschrieben worden, die in unserer kapitalistischen Gesellschaft Karriere als Manager machen wollen (oder müssen). Ich denke da auch an jene Menschen, die in der ehemaligen DDR Führungspositionen innegehabt haben und jetzt versuchen müssen, wieder Führungspositionen im ganz anderen „Klima“ des vereinten Deutschlands auszufüllen. Denn wer einmal Vorgesetzter gewesen ist, will es wieder werden. Im übrigen brauchen wir in unserer Wirtschaft Menschen, die führen und Verantwortung übernehmen wollen. Denn davon gibt es immer zu wenige.
Es ist ein Merkmal dieses in Aufmachung und Umfang bescheidenen und nur auf das Wesentliche beschränkten Buches, sich der vorgegebenen Thematik im Sinne der Wahrhaftigkeit zu nähern, soweit dies einem Autor überhaupt möglich ist. Jedenfalls wird hier a priori jeder Versuchung zur Schönmalerei und zur ‚Heilen-Welt-Philosophie‘ entgegengearbeitet. Wer sich auf den Weg zum Gipfel macht, soll wenigstens in etwa wissen, was ihm bei diesem Unterfangen bevorsteht. Werfen wir also zunächst einen Blick auf unsere patriarchalische Männergesellschaft. (…) Wer den Gipfel der Macht erreicht, hat dafür den üblichen Preis bezahlt: Isolierung und Gefühlstod. (…)

Als ich, ein blutiges Greenhorn, 1952 bei einem multinationalen Konzern anfing, trat ich in sämtliche Fettnäpfchen, die da herumstanden. Weil ich nicht wußte daß diese Näpfchen existierten. Dieses ‚Näpfchentreten‘ beobachte ich seit zwei Jahrzehnten als selbständiger Berater immer wieder bei anderen; im Verbund mit diversen Anfängerfehlern, weil man hinsichtlich des ‚Managens‘ von ‚Tuten und Blasen keine Ahnung‘ hat. Deshalb will ich jüngeren Kollegen im Startloch und zeitgeschichtlich bedingten Umsteigern nach Möglichkeit Pannen ersparen. Selbstverständlich gilt alles Gesagte auch für Damen, die in immer größerer Zahl das Mittelmanagement ‚erobern‘.
Schließlich kann dieses Buch für eine weitere Zielgruppe relevant werden: für Chefs, die zu früh befördert worden sind; und denen als Fast-Erfolgreichen der Durchbruch bisher versagt geblieben ist: weil man von ihnen stets Höchstleistungen gefordert hat, ohne ihnen die notwendigen Hilfen in Psychologie und Management-Wissen zukommen zu lassen. Da ich von der Psychologie komme, werden in diesem Buche keine wirtschaftlichen Gesichtspunkte angesprochen. Über dieses Teilgebiet des Führens gibt es genügend Literatur und eine Menge Seminare.“
Nachdem sein Buch „Train the Trainer“ in den frühen 1970er Jahren ein Bestseller geworden war, mit dem Michael Birkenbihl zu einem Spezialisten für moderne Trainingsmethoden avancierte, prägte er in der Folgezeit vor allem in der Bundesrepublik Deutschland die Managementlehre nachhaltig mit praxisnahen Ansätzen und hinterließ ein bedeutendes Vermächtnis. Zwar mag manche Ansicht aus dem Vorwort dieses Buches aus heutiger Sicht etwas „aus der Zeit gefallen“ zu sein, machte aber im Nachwende-Deutschland durchaus Sinn, wenn man/frau erfolgreich sein wollte. Und nebenbei bemerkt: »Erfolg«, so wusste es auch seine Tochter Vera Felicitas, »ist nicht angeboren. Erfolg kann man lernen.« Denn Erfolg kommt von Innen, predigte sie: »Wer seine persönlichen Anlagen, Eigenheiten und Charakteristika kennt und systematisch fördert, wird viel erfolgreicher sein, als Menschen, die sich zwanghaft um Erfolg bemühen, ohne ihre Anlagen zu respektieren.« – Genau hier setzte dieser Leitfaden für Manager aus dem Jahr 1991 an.
* = „Common sense“ ist ein Begriff, der sich auf grundlegende, allgemein geteilte Überzeugungen und Fähigkeiten bezieht, die Menschen nutzen, um die Welt zu verstehen und Entscheidungen zu treffen. Deutsch ausgedrückt würde man auch vom „gesunden Menschenverstand“ sprechen können, also Dingen, die oft als selbstverständlich angesehen werden.
