1982 / 83 schrieb Vera F. Birkenbihl ihr Erfolgsbuch „Stroh im Kopf?“ noch auf einem Commodore 64 Homecomputer, layoutete es selbst (was recht mühsam war) und bot es dem GABAL-Verlag an. Doch wusste sie da bereits, dass dies nicht die optimalste Lösung für diese, von ihr gewählte, neue Arbeitsweise der Bucherstellung sein konnte. Eine solche eröffnete sich ihr aber bereits ein Jahr später mit dem neuen Macintosh-Computer von Steve Jobs kalifornischen Unternehmens Apple, der einen Farb-Monitor bereits im Gerätegehäuse integriert hatte und über herausragende Technik verfügte, vor allem aber vielfältige (und sichere) Speichermöglichkeiten hatte, als es VFB der C64 bieten konnte. Mit dem „Mac“ hob sie ihre Buchprojekte „Up another Level“.

Die Apple Macintosh Vorgeschichte: Ende Januar 1984 zieht das XVIII. Superbowl-Endspiel zwischen den LA Raiders und den Washington Redskins Millionen American Football Fans vor den heimischen Bildschirmen in den Bann. Den legendären Pausen-Werbespot hatte sich dieses Mal ein junges Computer-Unternehmen gesichert, dass erst knapp sieben Jahren zuvor in einer Garage gestartet war. Der Werbespot war spektakulär – ohne überhaupt ein Produkt zu zeigen. Big Brother sprach in dem Werbespot vor einem entmündigten und gleichgeschalteten Publikum in einer tristen distopischen Welt. Doch ein weibliches Wesen mit einem weißen T-Shirt, roten Shorts und blonden Haaren schwang einen riesigen Hammer, rannte von Sicherheitskräften verfolgt, in den Saal und stoppte die Gehirnwäsche des Diktators, indem sie ihren Hammer in die überdimensionale Leinwand schleuderte. Ein Sprecher versprach den Superbohl-Zuschauern dass 1984 nicht so werden würde wie „1984“ von George Orwell. Der geniale Werbespot von Kultregisseur Ridley Scott, der einen Computer bewirbt, der erst zwei Tage später, in den Handel kam, wurde zur Legende und der sog. „Classic Apple Macintosh“, ein völlig neuartiger Computer aus der Firma von Steve Jobs, ebenso.

Vera F. Birkenbihl war eine der ersten deutschen Bestellerinnen des Computers, den sie bereits im Februar 1984 direkt aus den USA ausgeliefert bekam; von da ab verwurzelt sie sich tief in der Apple Welt. Zäh und mühsam, weil arbeits- und zeitaufwendig, war die Arbeit an „Stroh im Kopf?“ in den Jahren zuvor noch auf C-64 geworden, aber von nun an erleichterte ihr die grafische Benutzeroberfläche des Mac die Arbeit ganz erheblich und ermöglichte es ihr nun auch, mit dem Computer effektiv zu zeichnen. Ihren „mac“ nutzte sie mit der Software MacWrite zum Schreiben und mit MacDraw für elektronische Zeichnungen und alle von ihr in den kommenden zehn Jahren am Computer erstellten Grafiken entstammten der Software MacPaint ToolBox, die speziell für den Macintosh entwickelt worden war und von der VFB nach und nach für teures Geld mehrere Software-Bündel erworben hatte.

dem Jahre 2004 – Birkenbihl Sammlung & Archiv
Ab 1985 schrieb Birkenbihl ihre Buchtexte dann rund anderthalb Jahrzehnte lang ausschließlich mit Apple Software. Aber der Macintosh war damals ein Homecomputer, also einer „für zuhause“, andererseits war VFB stets auch mobil (resp. „büro-mobil“) unterwegs mit ihren verschiedenen Fahrzeugen. Deshalb faszinierte Vera F. Birkenbihl bereits das erste Apple PowerBook G4 in „Titanium“-Ausführung nit 15-Zoll-Monitor. Dieser kleine, transportable Mac – Vorbild für viele Notebooks, die später weltweit folgen sollten, und zwar technisch, wie vom Design her – wurde ab 2001 für die nächsten fünf Jahre eine Art Markenzeichen von ihr. Einziger Nachteil aus Birkenbihls Sicht: er hatte keine eingebaute Kamera.

Was ihr jedoch zusagte, war die Tatsache, dass die innovative kalifornische Firma ihre Produkte stets mit einem großen CD-Softwarebundle auslieferte. 2004 kaufte sie im Münchner Apple-Store ein PowerBook G4 mit größerem 17-Zoll-Bildschirm (siehe auch HIER), das sie bis auf das Betriebssystem „Leopard“ aufrüstete – veröffentlicht im Herbst 2007 und die letzte Version des Mac-Betriebssystems, die noch die PowerPC-Architektur unterstützte. Dann erwarb sie 2006 zusätzlich ein MacBook Pro – nun mit einer internen Kamera versehen – mit folgenden Features: 2.2 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor, 2 GB DDR2 SDRAM Arbeitsspeicher, Aluminium-Gehäuse.
Als Software nutze sie auf ihren Notebooks auch stets die jeweils aktuellsten Versionen der extra hinzugekauften Apple Softwarepakete iLife und iWork. Was die von ihr in den Büchern verwendeten Grafiken anbetrifft, so waren nicht alle von ihr selbst gefertigt sondern manche (Zitat) »entstammen einer der ersten kommerziellen Grafik-Disketten, die ich je gekauft habe. Leider kenne ich den Namen des Künstlers nicht, der damals mit allerersten Grafik-Programmen solche Kunst schuf, als der Monitor des Mac noch die Größe einer Postkarte hatte … o haimo gozaimas**.«

Was VFB an Apple besonders faszinierte, war Firmengründer Steve Jobs, der innerhab des Unternehmen stes seine Fähigkeiten zur Motivation und Suggestion ausspielte. Vera F. Birkenbihl nannte dies einmal „Jobs’ Realitätsverzerrungsfeld“, denn es gelang ihm ein uns andere Mal, seine Entwickler und Mitarbeiter:innen zu Höchstleistungen anzuspornen, sodass von diesen sogar unter bestimmten Umständen 80-Stunden-Wochen als für die Firma notwendig und daher selbstverständlich angesehen wurden. Und diese Ressourcen wurden von Jobs ab 2004 unter dem Codenamen „Project Purple“ in die Entwicklung des späteren iPhones gebündelt, die selbst vor vielen Apple-Mitarbeitern jahrelang geheim gehalten wurde. Trotzdem kam es in verschiedenen Medien zu Spekulationen über ein zu erwartendes Apple-Mobiltelefon, die bis zum Jahresende 2006 immer konkreter wurden. Deshalb war es für VFB auch kein Thema, dass sie unbedingt das erste Mobiltelefon von Apple ihr eigen nennen wollte.

Eine gute Bekannte aus Höfa, einem dem seinerzeitigen Wohnhaus von Vera F. Birkenbihl nahegelegenen Stadtteil von Odelzhausen, hat das erste iPhone der Autorin bewahrt und es vor einiger Zeit als Leihgabe an BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV weitergegeben. Es enthält neben wenigen unscheinbaren Fotos, leider keinerlei persönliche Daten von VFB, ist, trotz einiger Abnutzungserscheinungen, aber technich noch in sehr gutem Zustand und weitestgehend funktionsbereit.

Nebenbei bemerkt: Es lässt sich von unserer Seite leider nicht feststellen, welche weiteren iPhones sich Birkenbihl nach dem Premierenmodell anschaffte, aber so apple-verrückt, wie sie war, ist anzunehmen, dass sie sich jeweils auf den neuesten technischen Stand brachte, was die kalifornischen Mobilfunkwunder betraf. Dies umso mehr, als dass sie sich auch sofort das Apple iPad zulegte, welches Steve Jobs erstmals Ende Januar 2010 auf einer Keynote in San Francisco vor Vertretern der internationalen Presse präsentierte. – Tragisch für Birkenbihl und Jobs: Beide Workaholics konnten Krebserkrankungen nicht besiegen und starben kurz nacheinander … Steven Paul Jobs im Oktober und Vera F. Birkenbihl im Dezember 2011.
Das iPad kam in Deutschland Ende Mai 2010 auf den Markt, doch wie beim ersten Mac hatte es Vera F. Birkenbihl in den USA geordert und bekam es so schon Anfang Mai geliefert. Das Gerät hatte 32 GB Speicher und sie setzte es in den folgenden Monaten hauptsächlich für Aufzeichnungen von Vorträgen, Interviews und Webinaren ein, war aber umständehalber aufgrund der Krankenhausaufenthalte 2011 das am wenigsten genutzte Apple Produkt aus ihrem Besitz. Es gibt Berichte, dass sie im Herbst 2011 sogar zwei iPads genutzt haben soll. Eines, welches von einer einstigen Vertrauten VFBs an BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV übergeben wurde (nebst innen rot ausgekleideter Transporthülle), kann man hier sehen.

Hier findet man eine Vergrößerung des iPads von Vera F. Birkenbihl!
* = Das erste Apple MacBook Pro von Vera F. Birkenbihl, welches sich im Bestand von Birkenbihl Sammlung & Archiv befindet, ist in folgendem Zustand: Gerät funktioniert technisch noch einwandfrei, jedoch reagieren Tastatur und Trackpad nicht; mit externer Tastatur und Maus ist es aber zu benutzen. Da der Akku fehlt, ist ein Betrieb nur über das Netzteil möglich. Optisch hat es lediglich Gebrauchsspuren, Display und Gehäuse sind in gutem Zustand.
** = „Ohayō gozaimasu“ (おはようございます) ist die japanische Begrüßung für „Guten Morgen“ und wird am Morgen verwendet, um jemanden zu begrüßen. Es ist eine höfliche Form, die man typischerweise gegenüber Personen verwendet, mit denen man nicht sehr vertraut ist oder die einen höheren Status haben.