
Wer ist »MICHAEL FLEMMING«? – Obwohl in seinen Büchern vermerkt ist, dass dieser Herr (Stand 2003) „seit fast drei Jahrzehnten Unternehmensberater und Trainer…“ sei und „…bisher haben über 75.000 Teilnehmer von seinen Seminaren profitiert“, man ihn also durchaus als einen angesehenen und bekannten, erfolgreichen Menschen sehen müsste, gibt es über einen Autor dieses Namens entsprechend den Nachforschungen von BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV keine wirklich belastbare Fakten. Dafür war es lange ein offenes Geheimnis, dass sich Vera F. Birkenbihls Vater Michael Birkenbihl jr. dieses Pseudonym zugelegt haben soll, um mehr publizieren zu können, als nur Bücher unter seinem eigenen Namen. Und in der Tat sprachen hierfür einige Dinge.

So ähnelten sich beispielsweise Buchtitel von Michael Birkenbihl jr. und »Michael Flemming« teilweise aus frappierende Weise. So veröffentlichte der Autor »Michael Flemming« u. a. einen „Schnellkurs Selbstmotivation (Raus aus dem Stimmungstief!)“ bzw. den „Schnellkurs zum Telefonprofi (Was wirklich jeder über das Telefonieren wissen sollte)“ oder „Persönliche Höchstleistung macht Freude (Ideenkiste für den Erfolg)“ bzw. „Man muss nicht schlecht sein, um besser werden zu wollen (Persönliche Höchstleistung macht Freude)“ – zudem oft auch noch in den Verlagen, die seinerzeit auch Michael Birkenbihl-Bücher im Angebot hatten, wie etwa BVB-Wirtschaftspraxis – interessanterweise hatte Birkenbihl einst das „Schnellkurs“-Label ins Leben gerufen.
Erstmals in Erscheinung trat »Michael Flemming« 1985 mit dem Gesamtwerk „Sicher zum Erfolg. Intensivkurs mit 6 Büchern und 6 Toncassetten. Mehr erreichen mit System“, das er gemeinsam mit Wolfgang Zielke im Verlag DAS BESTE veröffentlichte; Zielke hatte schon seit 1965 Bücher veröffentlich (u. a. zu Themen wie „Leichter lernen, mehr behalten“ und „Rationelles Lesen programmiert lernen“) und war beim Intensivkurs vor allem für die Teile 1 bis 3, »Flemming«/M. Birkenbihl dagegen für die Teile 4 bis 6 verantwortlich.

Doch auch nach dem Tode des Vaters von VFB im Jahre 1993 erschienen neue Publikationen von »Michael Flemming«, darunter „Erfolgreicher Umgang mit sich und anderen“ oder „Zielgerichtet zum Erfolg“ (= jeweils zwei Kassetten mit Begleitheft im Rahmen der sog. BIRKENBIHL KASSETTEN AKADEMIE). Das wiederum führte zu Spekulationen, dass es sich hierbei um ein neues Pseudonym von Vera F. Birkenbihl (die ja bereits nebenher auch als Carola Algernon Dinge publiziert hatte) handeln könnte. Und siehe da: In dem 2003 bei Walhalla & Praetoria erschienenen Buch „Man muss nicht schlecht sein, um besser werden zu wollen“ kann man in »Michael Flemmings« Widmung lesen, dass eine gewisse Vera F. Birkenbihl sein „alter Ego“ sei.
Inzwischen bestätigte ein ehemaliger Mitarbeiter des Verlags Walhalla & Praetoria gegenüber BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV, dass Vera F. Birkenbihl die Autorin der dort erschienenen Bücher war. Der Begriff „Alter Ego“ lässt jedoch offen, ob sie hier noch unfertige Manuskripte ihres Vaters vervollständigte und danach veröffentliche oder ob sie selbst die alleinige Verfassern der nach 1994 veröffentlichen Werke von »Michael Flemming« war.
